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Seine Lieder sollen nicht verklingen

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v. 16. März 1970

Seine Lieder sollen nicht verklingen

Was weiß man heute noch von Caruso? Allenfalls daß sein Grab in Neapel ist. Und sonst? Dein Name soll nicht so in Vergessenheit geraten wie seiner.“
Diana Napier-Tauber, die Witwe des berühmten Tenors Richard Tauber, war es, die an einem Herbsttag vorigen Jahres diese Worte sprach. Sie stand an Richard Taubers Grab in England, und die Worte klangen wie ein festes Gelöbnis.

Nun ist die Schauspielerin Diana Napier-Tauber bereits dabei, ihr Versprechen wahrzumachen. In Binfield in der englischen Grafschaft Berkshire, wo sie heute lebt, will sie ein großes Theater mit 500 Sitzplätzen entstehen lassen, das den Namen ihres verstorbenen Mannes trägt. In Londons Untergrundbahnen sieht man bereits überall ihre Werbeplakate für das geplante Projekt eines Richard-Tauber-Garten-Theaters hängen. Fünf Monate lang sollen jedes Jahr im Sommer dort jene Opern und Operetten aufgeführt werden, in denen Richard Tauber einst als gefeierter Star auftrat. Mit Franz Lehárs „Land des Lächelns“ soll das Theater eröffnet werden. Josef Krips hat sich schon bereit erklärt, bei der Premiere die Wiener Philharmoniker zu dirigieren.

In der übrigen Zeit des Jahres soll das Theater Laienbühnen für Aufführungen zur Verfügung stehen. Wird es der immer noch schönen, rothaarigen Witwe gelingen, auf diese Weise Richard Tauber ein Denkmal zu setzen, mit dem Ziel, daß seine Lieder nie verklingen?
Noch ist die Finanzfrage nicht geklärt. Doch Diana Napier-Tauber ist guten Mutes. „Ich rechne mit Baukosten von rund vier Millionen Mark. Noch ist das Projekt eine Idee, aber ich habe schon Gold aus Amerika geschickt bekommen – und viele Anfragen von Tauber-Verehrern aus aller Welt.“