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Max Tauber – Erinnerungen

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Erinnerungen an Richard Tauber v. Max Tauber

Immer wieder wurde der Wunsch an mich herangetragen, meine Erinnerungen und gemeinsamen Erlebnisse mit meinem Vetter Richard Tauber niederzuschreiben. Bei diesem Versuch habe ich mich auf Episoden beschränkt, die das Bild des Menschen und Künstlers in den vielfältigsten Situationen wiederspiegeln.
Wir lernten uns schon in frühester Jugend kennen. Mit 8 Jahren sah ich Richard zum ersten Mal, als er die Familie seines Onkels Siegmund Tauber besuchte. Die Sommermonate verbrachten wir damals in Hall, in Tirol, wo wir ein großes altes Haus am Rande der Stadt bewohnten. Als der Onkel – der Schauspieler Richard Anton Tauber- mit unserem Cousin eintraf, wurden wir herbeigerufen, um die Gäste zu begrüßen. Mein Bruder Adi und ich sowie meine beiden Schwestern Gretel und Else, wir unterbrachen unser Spiel und Kamen wie wir waren „barfuß“, in abgewetzten Lederhosen und Kleidern. Wir starrten den eleganten Herrn an, der uns als Onkel Richard vorgestellt wurde sowie dessen Sohn, der, im neuen Matrosenanzug und der Nickelbrille auf der Nase, einen komischen Eindruck machte. Meine Schwester Else, die jüngste und vorlauteste, faßte unseren Eindruck hörbar in die Worte: „Der schaut’s ja aus wie an Lackaff’n!“. Wir mußten alle lachen und unser Cousin stand recht verlegen da. Doch schon am nächsten Tag, war er von uns nicht mehr zu unterscheiden. Bei uns lernte er zum ersten Mal ein richtiges Familienleben kennen. Wir wurden schnell Freunde und verbrachten alljährlich gemeinsam unsere Ferien.
1902 wurde unser Onkel an das Hoftheater in Wiesbaden verpflichtet. Richard besuchte dort das Real-Gymnasium, doch bald hatte er sich völlig der Musik verschrieben. Die Freude war groß, wenn der junge Frankfurter Konservatorist zu uns nach Wien kam. Dann setzte er sich ans Klavier, griff wie Meister Eugen d’Albert in die Tasten, um uns aus seiner Lieblingspartitur „Tiefland“ vorzuspielen. Daß er die Partie des Pedro später einmal als Lieblingsrolle singen sollte, konnte er damals noch nicht ahnen. Bei diesen Besuchen sang er schon mit jugendlicher Begeisterung. Besonders gern brachte er die „Bajazzo“-Arie -mehr laut als schön- sodaß die Arbeiter (wir hatten in Nußdorf eine kleine Fabrik) ihre Tätigkeit unterbrachen und fragten, wer da so „brülle“.
Ein reiner Zufall führte Richard zu Professor Carl Beines nach Freiburg i.B., einem bekannten Gesangsmeister, der besonders Sprachfehler korrigierte. Er nahm Richard in seinen Schülerkreis auf und schulte ihn zu einem begehrten Konzertsänger, vor allem aber beseitigte er dessen ärgerliches Lispeln. Für die glatte Karriere sorgte dann der Vater Richard Anton Tauber, der 1912 Direktor des Stadttheaters in Chemnitz geworden war. Er ließ den Sohn an seiner Bühne debütieren und sorgte dafür, daß der Dresdner Intendant Graf Seebach „zufällig“ in der Premiere war. Richard erhielt einen Fünfjahresvertrag nach Dresden, wo er in der ersten Saison meist kleine Anfängerrollen zu singen hatte. Zwar sang er schon den Tamino in der „Zauberflöte“, den Max im „Freischütz“, * den Belmonte in der „Entführung“ sowie den Königssohn in den „Königskindern“, überwiegend waren es jedoch kleine Rollen, wie der Sänger im „Rosenkavalier“, der Walter von der Vogelweide im „Tannhäuser“ und der Nathaniel in „Hoffmanns Erzählungen“, mit denen man den aufbegehrenden Anfänger in die Schranken verwies. 1915 gesellten sich zwei weitere Anfänger hinzu: Elisabeth Rethberg und Tino Pattiera, mit denen er in künstlerischen Wettstreit trat.Allein in Dresden lernte und sang Richard über 60 Opernrollen. Im Jahre 1916, gerade 25-jährig, erhielt er den Titel eines Königlich-Sächsischen Kammersängers. 1918 schloß er einen erneuten fünfjährigen Vertrag mit der Dresdner Oper ab. Der behutsamen und sorgfältigen künstlerischen Entwicklung in Dresden, hatte Richard seine spätere große Karriere zu verdanken. Immer wieder versuchte er dort auszubrechen.
Wenn ich von Richard Tauber spreche, so läßt es sich nicht umgehen, daß ich auch von mir berichte. Nach dem ersten Weltkrieg war ich in ganz Österreich als Eishockey- und Fußballspieler bekannt. Vom Theater verstand ich daher wenig, doch besaß ich Ausdauer und Härte, die große Voraussetzung für den Beruf eines Managers. Als erfahrener Kaufmann versuchte ich künstlerische und pekuniäre Wünsche in Übereinstimmung zu bringen. Schon beim ersten Vorsingen Richards in Berlin, im Jahre 1919, war ich mit von der Partie, dennoch wurde es ein Durchfall!
Richard hatte mich gebeten, ihn bei seiner Gastspielreise zu begleiten, und so fuhr ich mit dem Nachtzug in das schöne ‚Elbflorenz‘. Er wohnte in der repräsentativen Reichsstraße. Als ich in der Frühe eintraf, kam er bereits von einer Probe zurück, er erkannte mich sofort und umarmte mich in seiner temperamentvollen Art: „Maxi, wir fahren nach Berlin, wo ich auf Anstellung singen werde“, und wenn Du mir die Daumen hältst, sicherlich Erfolg habe.“ Richard hatte drei Partien ausgewählt, den Alfred in „Traviata“, den Alfred im „Barbier“ und den Linkerton in der „Butterfly“.
Mit dem Alfred hatte er einen guten Start, doch die Presse blieb kühl und teilweise ablehnend. Am folgenden Abend hatte er im „Barbier“ ein beifallsfrohes Haus. In dem schwierigen Duett: „Strahlt auf mich der Blitz des Goldes“, wurden seine bravourösen und sauberen Koloraturen mit Sonderapplaus bedacht. Doch mitten in diese siegesfrohe Stimmung platzte die herablassende Mitteilung des Inspizienten: „Herr Kammersänger, der Herr Intendant läßt Ihnen sagen, er verzichte auf die weitere Vorstellung.“
( Wie wir erst später erfuhren, hatte der Intendant den Aufführungen nicht einmal beigewohnt!) Bedrückt schlichen wir in das „Hotel Fürstenhof“ zurück. Richard war sehr niedergeschlagen und mühselig presste er hervor: „Maxi, ich werde nicht mehr singen, jetzt freut mich das ganze Leben nicht mehr.“ Eine schwere Aufgabe war mir da zugefallen und ich überlegte lange, wie ich den Freund wohl trösten könne. „Lieber Richard“, sagte ich, „Deine Karriere führt über Wien und ich werde Dir diesen Weg ebnen. Dort wirst Du gefeiert werden, denn für mich bist Du der beste Sänger der Welt!“ Mein Cousin lächelte und klopfte mir dankbar auf die Schulter.Resigniert ging Richard nach Dresden zurück, während ich in Wien den gerade neu ernannten Direktor der Wiener Volksoper aufsuchte und ihm von Richards großen Erfolgen in Berlin berichtete. Doch Weingartner hatte mich sofort durchschaut und meinte gütig: „Glaubst Du denn, mein Junge, wir lesen keine Zeitung?“ Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Der erste Versuch als versierter Manager aufzutreten war kläglich verlaufen, doch erfolglos war er nicht. „Gut“, meinte Weingartner, „ich werde Ihrem Cousin eine Chance geben, er soll kommen und mit Miquel Fleta alternieren, von dem kann er nur lernen.“ Umgehend kabelte ich nach Dresden: „Gastspiele an der Volksoper perfekt, erwarte baldige Antwort. Dein Max“ Am nächsten Morgen telegrafierte Richard: „Komme sofort, besorge Zimmer im „Regina“, herzlichst Richard.“
So sang Richard Tauber zum ersten Mal in Wien. Sein Gastspiel als Don Jose brachte einen durchschlagenden Erfolg.Als Alfred Piccaver an der Staatsoper absagte, rief auch Prof. Schalk nach dem erfolgreichen Sänger, und plötzlich flatterten uns von allen Seiten Vertragsangebote ins Haus. So kam es 1922 zu Doppelverträgen mit der Berliner- und Wiener Staatsoper, die ihn jeweils 3 Monate an Berlin und 4 Monate an Wien banden. Außerhalb dieser Verpflichtungen hatten wir genug Zeit für Gastspiele und Konzertreisen zur Verfügung, die ich fast ausnahmslos vorbereitete, während die Opernverträge natürlich nicht in mein Ressort fielen.
Schon damals hatte die Claque einen nicht geringen Einfluß auf die Karriere junger Sänger. Beim ersten „Einspring-Gastspiel“ Richard Taubers an der Wiener Staatsoper, im Jahre 1920, mußte ich das zur Kenntnis nehmen. Damals meldeten sich zwei Herren, die den Kammersänger Tauber zu sprechen wünschten. Da Richard bei einer Verständigungsprobe war, ging ich in die Hotelhalle und fragte die beiden Besucher nach ihren Wünschen. Galant stellten sie sich vor: Hirsch und Stipitz, wir sind die Claqueure der Staatsoper“, und sie fügten hinzu: „wenn der Herr Kammersänger Erfolg haben will, so kostet das 100 Kronen.“ Zuerst blieb mir die ‚Spucke‘ weg, dann sagte ich empört: „Als Sportler sind für mich solche Gepflogenheiten unannehmbar, und es kommt für uns nicht in Frage einen Erfolg zu erkaufen!“ Verstimmt gingen beide weg, und als Richard zurückkam berichtete ich den Vorfall. Bleich und erregt antwortete er: „Das war eine große Dummheit von Dir, wir hätten auf dieses Ansinnen eingehen müssen, ein paar Buh-Rufe und meine Niederlage ist perfekt!“
Ich versuchte Richard zu beruhigen und den Kontakt mit den Claqueuren sofort wieder aufzunehmen. Am Abend der Aufführung ging ich zur Stehgalerie, um Hirsch und Stipitz, die dort mit 20 Studenten bereit standen, den geforderten Betrag auszuhändigen. Doch es sollte nicht dazu kommen! Während ich mich durch die Reihen hindurchzwängte, verdunkelte sich der Zuschauerraum, das Gemurmel brach ab, und man konnte plötzlich eine Stecknadel fallen hören. Im Halbdunkel der Dachstube sang der Poet Rudolf alias Richard Tauber seine berühmte Arie „Wie eiskalt ist dies Händchen“. Mit halber Stimme, voller Innigkeit und Wärme zog er die Zuhörer in seinen Bann. Kaum waren die letzten Worte: „sprecht wer seid ihr?“ verklungen, da brauste vom Parkett des Hauses einmütiger Beifall auf. Scheu drehte ich mich zu den Claqueuren um und sah, wie auch diese begeistert applaudierten und minutenlang „hoch Tauber“ riefen. Das war mein größter Stolz, der unbezahlte Erfolg.
Zur Ehre der Claqueure sei jedoch gesagt, daß alle, Hirsch, Stipitz und Schostal mit ihren Musikstudenten nur echte künstlerische Leistungen mit Beifall honorierten. Da wir in der Staatsoper keine Revolutionäre sein wollten, haben wir den Claqueuren später jenen Betrag gezollt, der bei den Kollegen üblich war.
Kaum hatte Richard seinen Vertrag mit der Staatsoper in der Tasche, da kam es zu einem überraschenden en suite-Gastspiel am „Theater an der Wien“. Wir hatten uns eines Abends dort Lehars „Frasquita“ angesehen, da Richard Lehars Musik sehr schätzte und zu jener Zeit mit dem Komponisten schon eng befreundet war. Die Vorstellung war an jenem Abend nur schwach besucht, obwohl Luise Kartousch und Hubert Marischka ihr Bestes gaben. Richard, der Marischka sehr verehrte, denn dieser besaß Charme und eine bezaubernde Tenorstimme, hatte an dessen Vortrag des Liedes „Hab ein blaues Himmelbett“ einiges auszusetzen. Er fand, daß hierbei ein lyrisch-sentimentaler Einschlag durchaus angebracht sei und bekam plötzlich das Bedürfnis, diese Rolle einmal gastweise gestalten zu können.Während einer Begegnung mit Direktor Wilhelm Karczag im Wiener Prater-Cafe Eisvogel, kam diese Gelegenheit in persona auf uns zu. Karczag fragte nach einer jovialen Begrüßung Richard geradeheraus, ob er nicht einmal die Rolle des ‚Armand‘ in der „Frasquita“ übernehmen wolle. Richard zögerte, da er ja einen Vertrag mit der Staatsoper abgeschlossen hatte und erst die Genehmigung von Prof. Schalk einholen mußte. Da wurde ganz plötzlich „der Manager in mir wach“ und ich fragte kühn: „Was zahlen Sie, Herr Direktor, wenn Richard diese Rolle singt?“ Aus Karczags Mund kam ein verblüffendes Angebot: „500 Kronen pro Abend“. Wir erwähnten den Vertrag mit der Staatsoper, doch Karczag verabschiedete sich mit den Worten: „San’s ohne Sorgen, meine Herrn, das werde ich schon ordnen.“ Richard erhielt die Erlaubnis zu diesem Gastspielvertrag, und machte über Nacht das Lied „Hab‘ ein blaues Himmelbett“, zum Schlager von ganz Wien.
Natürlich wurde diese Aufführung mit der neuen ‚Frasquita‘ Elsa Kochhann und dem ‚Armand‘ Richard Tauber, gebührend gefeiert. Da ich nicht zum Ensemble gehörte, wollte ich mich still empfehlen, doch Richard faßte mich am Arm, zog mich an die Festtafel und bemerkte zu den Gästen: „Ich bin der Hals und er ist der Kopf, also gehört er auch dazu!“, was zustimmende Heiterkeit auslöste. Richard saß zwischen Lehar und Karczag, während ich zwischen Hubert Marischka und die reizende Elsa Kochhann plaziert wurde. Bei diesem Bankett wurde Richard aufgefordert, das Lied vom blauen Himmelbett zu singen. Ohne Zögern setzte er sich an den großen Steinway-Flügel und sang das Lied im feinsten Pianissimo, wobei er sich selbst in höchster Perfektion begleitete.
Während Richard seinen Vertrag an der Staatsoper erfüllte, konnte ich mit Karczag einen weiteren en suite-Vertrag für Richard vorbereiten, den ‚Joszi‘ in „Zigeunerliebe“ mit .Martha Serak und Louise Kartousch. Nach dem Ableben von Direktor Karczag, im Sommer 1923, gelang es mir, mit dessen Nachfolger Hubert Marischka-Karczagt vier weitere en suite-Auftritte für Richard Tauber zu vereinbaren. Es waren „Die Bacchusnacht“ von Granichstaedten, „Der letzte Walzer“ von Oscar Straus und „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß, in der völlig neuen Bearbeitung von Erich Wolfgang Korngold. Hubert Marischka sang den Caramello, Betty Fischer die Annina und Richard Tauber den unwiderstehlichen Herzog. Seine von Ernst Marischka neu textierte Einlage „Treu sein, das liegt mir nicht“, wurde ein großer Erfolg, der sich auf der Schallplatte wiederholte. Im gleichen Jahr folgte noch die Oscar Straus-Novität „Die Perlen der Cleopatra“, in der Richard mit Fritzi Massary und Max Pallenberg auftrat.
Taubers Opernverträge in Berlin und Wien wurden durch seine Operetten-Auftritte nicht beeinträchtigt.
Es war ganz allein meine Schuld, wenn Tauber. Lehar sang. Als kultivierter Opernsänger hatte er in Dresden*, Berlin und Wien Karriere gemacht, mit Lehar aber gewann er Weltruhm! Mit Alfred Rotter, dem großen Berliner Theatermann, verband mich eine aufrichtige Freundschaft. Von der „Friederike“ über „Land des Lächelns“ bis zu „Schön ist die Welt“ glätteten wir die Wogen, die durch Lehars starre Haltung, publikumswirksame Kürzungen in seinen Werken nicht hinzunehmen, immer wieder entstanden.
Oft wäre es niemals zu einer Premiere gekommen, wenn Richard Tauber nicht die Proben geleitet und die notwendigen Striche eingeführt hätte.Es war selbstverständlich, daß sich ein Mann wie Richard Tauber auch bei volkstümlichen Veranstaltungen zeigen mußte. Wir besuchten Boxabende, Pferderennen, Fußballspiele und die beliebten Sechstagerennen im Berliner Sportpalast. Wenn wir uns dort sehen ließen, ging ein hörbares Raunen durch die Menge. Eines Abends fuhren wir wieder einmal zu einem Sechstagerennen. Richard hatte eine prachtvolle Vorstellung gehabt and war in wohlgelaunter Stimmung. Es dauerte gar nicht lange, bis wir zur Zielscheibe „Krückes“ wurden. Er war der Sprecher des riesigen Rings der Stehplatzbesucher, ein Berliner Original, das in ebenso respektloser wie zugleich humorvoller Art Prominente auf’s Korn nahm, um sie zu einer Spende für eine Freibierlage aufzufordern. Seine Helfer ließen von der Stehgalerie an einer Schnur Sammelbüchsen heruntergleiten, und quittierten Spenden mit Sonderbeifall. „Wir begrüßen Kammersänger Richard Tauber“, -und Richard griff schon in die Tasche- da fuhr Krücke fort: „das ist aber schön, komm‘ Richard, sing‘ uns doch ‚mal was.“ Richard zögerte einen Augenblick, dann erhob er sich, schritt zum Musikerpodium und flüsterte mit Otto Kermbach, dem Kapellmeister. Kermbach hob die Hand, sofort wurde es still in dem Riesenraum, und Richard sang mit halber Stimme: „0‘ Mädchen, mein Mädchen, wie lieb ich dich“. Als er mit schmelzendem Falsett geendet hatte, brandete ein Riesenbeifall auf, und der Heuboden erzitterte vor Stampfen und Rufen. Strahlend lächelnd hob Richard seine Hand, wieder konnte man eine Stecknadel fallen hören, und laut vernehmbar drang sein Ruf zum Stehbierausschank: „Bitte, eine Hallenlage!“ Jetzt steigerte sich der Beifall zum Orkan. Bravo, hoch Richard Tauber! Endloses Trampeln und Rufen! Richard, inzwischen auf seinen Platz zurückgekehrt, griff hastig in Rock- und Hosentaschen und sagte grinsend zu mir: „Maxi, leih1 mir ‚mal 2000 Mark.“—“Bist Du noch normal?“ frage ich, „ich trage doch kein Vermögen mit mir herum“. Richard lächelt breit, greift in die linke Rocktasche und sagt: „Bitte, gehe zum Hallenwirt und bezahle die Zeche, morgen muß ich es halt wieder zusammensingen!“ Ein Portemonnaie trug Richard nie bei sich, das Hartgeld befand sich in der rechten Rocktasche, Papiergeld in der linken Brusttasche. Er war stets gebefreudig und so war es kein Wunder, daß sich nicht nur Bedürftige, sondern auch gerissene Gauner an ihn herandrängten.
Erst war ich verstimmt über Richards Leichtsinn, doch bald mußte ich meine Meinung revidieren. Die Morgenblätter brachten spaltenlange Berichte. In fetten Schlagzeilen war zu lesen: „Tauber gewinnt den Sportpalast!“, „Krücke läßt Tauber singen!“, „Tauber gibt Freibierlage im Sportpalast“.
Nach wenigen Tagen erschienen die Berichte in den Wochenblättern, in Mode- und Sportzeitschriften. Ein Knüller für die gesamte Presse! Eine ungewollte, aber wirkungsvollste Reklame für Richard Tauber. Er war einfach ein Glückskind. Wenn er das Geld zum Fenster hinaus warf, kam es zur Tür wieder herein. Bei Lindström wurde die Platte „0’ Mädchen, mein Mädchen“ pausenlos gepresst, um der sprungartigen Nachfrage gerecht zu werden.
Wenn er bei „Schwannecke“ oder im „Romanischen Cafe“ auftauchte, zeigte er sich niemals ‚zugeknöpft‘. Heimlich zahlte er die Cafe-Schulden armer Literaten. Hier traf er auch den Textdichter Fritz Rotter, mit dem er viele Lieder schrieb, Anton Kuh, der ihm später zwei Drehbücher seiner Filme schrieb sowie den unvergessenen Beda, der durch viele Schlagertexte einen guten Namen hatte und der erfolgreichste Librettist Lehars werden sollte.
Die Liebe und Verehrung, die Richard in Berlin zuteil wurde, ist nicht zu beschreiben. Liebesbriefe, Autogrammbitten und riesige Blumensträuße erwarteten ihn täglich im ‚Hotel Adlon‘. „Nimm das Kraut weg“, meinte er dann achselzuckend, um anschließend Stöße von Autogrammwünschen säuberlich zu signieren. Bei Konzertauftritten oder Operetten-Premieren hatte ich stets einige Frackschleifen in der Tasche, da ihm diese von Verehrerinnen buchstäblich vom Hals gerissen wurden. Auch Frackknöpfe waren besondere Attribute. Um solchen „Angriffen holder Weiblichkeit“ zu entgehen, verließen wir die Theater meist durch einen Seitenausgang, wo uns Bischoff, unser Chauffeur, mit dem Wagen erwartete. Nach der Premiere des Filmes „Ich glaub‘ nie mehr an eine Frau“, in Hamburg, erwarteten uns Hunderte von Frauen und Mädchen am Kinoportal. Wir konnten auch hier das Kino unbemerkt durch einen Nebenausgang verlassen, doch hatten wir noch ein ganzes Stück zu gehen, da unser Fahrer nur auf der Hauptstraße parken durfte. Plötzlich erblickte uns die Riesenschar der Verehrerinnen und stürmte laut johlend und kreischend hinter uns her. Wir liefen um unser Leben, denn nur mit Mühe konnten wir unseren Wagen erreichen und die hysterische Menge schimpfend zurücklassen.
Manch unvergesslichen Abend haben wir mit Henny Porten, meiner Schwester Gretel und Max Hansen in der ‚Barbarina-Bar’ verbracht. Hansen, damals beliebtester Tenorbuffo Berlins, brauchte man nicht lange zu bitten und er stand auf dem Podium und parodierte die Prominenz von Bühne und Film. Darunter fehlte auch Tauber nicht. Hansen bat Tauber zum Klavier, und nun kopierte er den Sänger, von diesem lächelnd begleitet. Tauber-Schnörkel und Piano-Fermaten brachte er in Richards Pose und traf mit feinem Humor dessen Vortragsstil, über andere Sänger, die ihn zu kopieren versuchten, war Richard meistens verstimmt. Bei Hansen hingegen bat er: „Komm“ Maxerl, mach mi nach!“ und hatte daran seine kindische Freude.
Am Tag meines 40. Geburtstages wollte mir der Senior-Chef des Hauses ‚Adlon‘, Herr Louis Adlon, eine besondere Freude bereiten. Er ließ mir eine Flasche echten „Napoleon“, einen 50 Jahre gelagerten Cognac auf mein Zimmer bringen. Zu den ersten Gratulanten gehörte die schöne Mary Losseff, damals Richards große Liebe. Sie animierte mich mit ihr anzustoßen, und ehrlich gesagt, auch ich war neugierig auf diesen edlen Tropfen. Ich öffnete die Flasche und ein wunderbar weiches Bukett erfüllte den Raum. Wir tranken uns zu und der festliche Anlass ermunterte uns zu einem weiteren Gläschen. Mary meinte, ein Geburtstagskind müsse man dreimal hochleben lassen, also folgte ich ihrem Rat. Wir hatten noch nicht unser Frühstück eingenommen und spürten sehr schnell die Wirkung des Cognacs. Da trommelte Richard an die Tür, öffnete, sah sich kurz um und warf die Türe laut ins Schloß. Wir hatten ihm ein zweifelhaftes Bild geboten: Mary lag benommen in meinem Sessel, während ich angeheitert auf der Lehne saß. Noch nie zuvor hatte ich Richard so verzweifelt und eifersüchtig gesehen. Erst am späten Abend war die Verstimmung endlich beigelegt. Auch an das Kurhaus in Wiesbaden habe ich eine nette Erinnerung. Der damalige Pächter, Herr Ruth, einst Hoflieferant des Zaren, gehörte zu den besten Weinkennern weit und breit. Er nippte nur an einem Glas, um nach wenigen Sekunden Lage und Rebenart treffsicher zu benennen. Bei ihm probierten wir manchen edlen Tropfen. Nach einem solchen Abend meinte Richard beiläufig: „Schicken Sie mir auch einmal so ’ne Kiste ins ‚Adlon‘ ‚.Wir setzten unsere Konzertreise fort und hatten diese Angelegenheit bald vergessen. Erst als wir wieder in Berlin eintrafen, fanden wir die Kiste vor und wurden an die leichtfertige Bestellung erinnert. Nachdem ich die aufgeführten Jahrgänge geprüft hatte, addierte ich immer wieder ungläubig den Rechnungsbetrag, doch es blieb die Summe von 6000.- Mark. Umständlich öffnete Richard eine Flasche und schenkte ein halbes Glas ein: Klares, flüssiges Gold! Mißtrauisch nippte er daran, schüttelte sich und sagte: „Das Zeug kannst Du saufen, das ist ja das reinste Öl!“
Bei der Carl Lindström-Gesellschaft, in Berlin, gelangen mir in jener Zeit einmalige Schallplatten-Vereinbarungen, da ich mit Dir. Dr. Max Straus nicht nur geschäftliche sondern auch enge menschliche Kontakte pflegte, über die künstlerische Breitenwirkung der Schallplatte und ihren pekuniären Erfolg war sich Richard frühzeitig im Klaren. Die „Lindström-Gesellschaft“ wiederum wußte, was ein Richard Tauber für ihr Repertoire bedeutete, denn gute Tenöre waren nicht allzu dicht gesät.
Wenn Richard zu Aufnahmen erschien .waren keine langen Proben erforderlich. Er war deshalb bei den Musikern sehr beliebt und mit Dajos Bela eng befreundet. Wenn uns Wysocky, der Aufnahmeleiter, empfing, war stets ein kleines Büffet vorbereitet, danach sang Richard fünf bis sechs Aufnahmen hintereinander! Verpatzte wirklich einmal ein Musiker den Einsatz, so dass eine Wiederholung erforderlich wurde, denn damals wurden alle Aufnahmen noch auf Wachs geschnitten- so half Richard mit einem kleinen Scherz über das Mißgeschick hinweg und wartete geduldig auf die Wiederholung.
Während des sibirisch kalten Winters 1928/1929, zog sich Richard eine schwere Erkältung zu, die zu einem schlimmen Gelenkrheumatismus führte. In Berlin, im ‚Hotel Adlon1, gab es nur eine Krankenschwester die immer bereit sein mußte, sie hieß Max Tauber. Dabei wurden unsere Mittel immer knapper, da wir blindlings in den Tag hineingelebt hatten. In dieser fast auswegslosen Situation erhielt ich von der Lindström-Gesellschaft einen großzügigen Vorschuß. Richard konnte sich nun einer Kur in Bad Pistyan unterziehen und die schwere Krankheit überwinden. Nach seiner Genesung war er lange Zeit sehr niedergeschlagen und klagte mir sein Leid, wie sehr ihn die Lindström-Schulden bedrückten. So fuhr ich eines Morgens heimlich zur Lindström-Gesellschaft in die Schlesische Straße. Dort ließ ich mich bei Direktor Straus melden, der mich auch sofort empfing. Er bat mich in einem Sessel Platz zu nehmen und fragte: „Bitte, Herr Tauber, womit kann ich Ihnen dienen?“ Zwischendurch klingelte er seiner Sekretärin und gab ihr einige Anweisungen. Wenig später erschien ein Diener mit einer Flasche Champagner und Gläsern. Aufrichtig sprach ich von den Sorgen, die sich Richard um die Schulden mache und fügte hinzu: „Obwohl seine Schallplatten doch Riesenauflagen erreichen…“ Weiter kam ich nicht. „Herr Tauber“ unterbrach mich Straus, „per Du läßt sich alles viel leichter besprechen“ und wir tranken „auf Du“. Ohne Unterbrechung fuhr er fort: „Was sind Deine Wünsche?“ Offen gestand ich: „Die Streichung von Richards Schulden und die Festlegung eines neuen Plattenhonorars.“ Straus hob sein Glas und sprach: „Max, das ist bewilligt. Auch Du bekommst ein jährliches Kontingent an Platten und Apparaten sowie ein Honorar von …“ „Ja erlaube, quoll es aus mir hervor, „wieso ich?“ Da klopfte mir Straus freundschaftlich auf die Schulter und sagte: „Merke Dir, ein Geschäftsmann der nichts geben kann, darf auch nichts nehmen!“Richards Genesung machte gute Fortschritte. Im Juli sollte er schon wieder in Scheveningen singen! In Berlin lief der erste Sängerfilm der Welt: „Singing Fool“ (Der singende Narr) mit AI Jolson. Bewußt führte ich Richard in diesen Film. Er war nicht nur beeindruckt, er war begeistert! Optimistisch gründeten wir die „Richard Tauber-Tonfilm-Gesellschaft“, deren Direktor ich wurde. Der zweite Sängerfilm aer Welt wurde ein Richard Tauber-Film. Mit dem Rest des „Lindström-Vorschusses“ konnten wir den ersten Film finanzieren. Er trug den Titel: „Ich glaub1 nie mehr an eine Frau“. Rasch folgten weitere Filme: „Das lockende Ziel“, „Das Land des Lächelns“ und „Die große Attraktion“. Millionen, die Richard nur durch die Schallplatte kannten, erlebten ihr Idol zum ersten Mal auf der Filmleinwand. Durch den Film erreichte er internationale Popularität. Filme und Schallplatten-Verträge waren mein Ressort, und neben dem Film war es die Schallplatte, die Richard Taubers Ruhm in die Welt trug, lange bevor er selbst den Erdball bereiste.
Wir verdienten in jenen Jahren Riesensummen, doch bei meiner Managertätigkeit bezog ich keine Gage, sondern war an Erfolg oder Mißerfolg prozentual beteiligt. Daß solche Abmachungen leicht ins Auge gehen konnten, zeigt folgender Vorfall. Im Sommer 1930 schloß ich mit den holländischen Direktoren Helm und Hirsch (bei denen wir schon 1929 mit Lehars „Friederike“ erfolgreich gastierten) einen Tournee-Vertrag mit Lehars „Land des Lächelns“ ab. Es war nicht leicht, die holländischen Theaterleute von der Publikumswirksamkeit des neuen Lehar-Werkes zu überzeugen. Erst als ich Ihnen ein gewagtes Angebot unterbreitet hatte, nämlich mich mit der Hälfte an Gewinn und Verlust per Abendkasse zu beteiligen, willigten sie beide ein. Als wir dann während der heißen Sommermonate in Scheveningen eintrafen, lagen die Kurgäste in der prallen Sonne und die Abendvorstellung blieb halb leer. Am nächsten Abend bot sich das gleiche Bild. Ich schwitzte Blut! Tröstend sagte Direktor Hirsch zu mir: „Wir brauchen bloß einen milden Regen!“ Sorgenvoll legte ich mich zu Bett und bat den Herrgott, einen erfrischenden Regen zu senden. Noch in der Nacht setzte ein heftiger Gewitterregen ein, der auch am folgenden Tage anhielt. An diesem Abend war „Das Land des Lächelns“ restlos ausverkauft, und auch die folgenden Tage, als längst wieder freundliches Sommerwetter eingekehrt war, war nicht mehr eine Karte zu haben. Auch die Billetts für die restlichen Vorstellungen waren vergriffen, sodaß wir Nachmittagsaufführungen einlegen mußten. Der große Erfolg des „Land des Lächelns“ sprach sich schnell herum, selbst in Den Haag mußten wir 10 Tage verlängern.
Nach dieser anstrengenden Holland-Tournee gönnten wir uns einen kurzen Italien-Urlaub und besuchten auch Venedig. Auf dem Markusplatz verkündeten große Plakatanschläge ein Konzert Benjamino Giglis. Richard war begeistert!“ Gell Max, wir gehen hin, besorge Karten, ganz gleich was sie kosten.“ Ich war nicht so sehr begeistert, da ich meinen Cousin kannte und ihm solche Ereignisse gerne vorenthielt. Richard war ein sensibler Künstler und dabei wie ein Kind. Entweder lachte er nach solchen Darbietungen oder er weinte. Und so war es auch! Das Konzert auf dem nächtlichen Markusplatz war wunderbar. Begleitet von einem hundertköpfigen Orchester, trug Giglis Stimme bis zum letzten Platz. Sie klang betörend und weich und Richard war so ergriffen, daß ihm die Tränen über die Wangen liefen. Kit belegter Stimme brachte er hervor: „Du, Max, ich werde nie mehr singen.“ Die Tage vergingen und Richard hatte die ganze Sache wieder vergessen.Als wir 1931 in London gastierten, sang Gigli an der Covent Garden Opera. Eichard, der im Drury Lane zu singen hatte, bat mich eindringlich in die Oper zu gehen und mir. Gigli anzuhören. Zu meiner Verblüffung drückte er mir die Eintrittskarte in die Hand, damit ich ja keine Ausflüchte erfinden konnte. Ich hatte mich getäuscht, Richard hatte das Erlebnis von Venedig nicht vergessen. Bei meiner Rückkehr erwartete er mich bereits und wahrheitsgemäß mußte ich bekennen, daß Gigli höchst indisponiert gewesen war und selten schlecht gesungen hatte. Zwar hat auch Richard gute und weniger gute Tage gehabt, eine solche Fehlleistung hat er jedoch niemals geboten. Während dieser Zeit hatte Tauber mit dem „Land of Smiles“ in London große Erfolge. Unter dem Publikum befanden sich Mitglieder des Königshauses sowie Benjamino Gigli und Fedor Schaljapin. Im Hotel stellten sie sich gemeinsam dem Fotografen, um engumschlungen ihren künstlerischen Dreiklang zu demonstrieren.
Richard war ein begeisterter Autofahrer und kein Wagen war ihm zu schnell. Wenige Jahre nach dem ersten Weltkrieg hatte ich mir einen Rennwagen zugelegt. Richard besuchte mich in Ischl, ebenfalls Besitzer eines neuen Wagens, seines ersten Mercedes. Auf der Straße nach Gmunden, den See entlang, beschlossen wir unsere Fahrzeuge auszuprobieren. Richard sagte: „Maxi, Du fährst ja wie ein Profi, da habe ich doch sicher einige Minuten Vorsprung.“ „Natürlich“, gab ich zur Antwort, „ich werde Dich sowieso einholen!“ Einige Minuten, nachdem Richard gestartet war, bestieg ich meinen Rennwagen, der damals schon 120 Km fuhr. Ich gab Gas und raste wie ein Wahnsinniger den See entlang, um meinen Cousin einzuholen. Von Richard war jedoch weit und breit nichts zu sehen. In Gmunden wartete ich zuerst am vereinbarten Zielpunkt, doch plötzlich überfiel mich die Sorge, daß dem Freund etwas zugestoßen sein könnte, was mir im Rennfieber vielleicht entgangen war. Wieder fuhr ich fast die ganze Strecke zurück und… ich traute meinen Augen kaum, Richard kam im Schneckentempo dahergefahren. Ein Motordefekt, so dachte ich, doch Richard klärte mich lachend auf: Er war die Nebenstraße nach Weißenbach hinaufgefahren, von wo aus er die Strecke gut übersehen konnte und mich wie einen Irrsinnigen dahinbrausen sah. „Dös woar ane Hetz“, meinte er und lachte aus vollem Hals, weil er mich wieder einmal ‚reingelegt hatte.
Richard ist gern schnell gefahren, doch hinterher mußte stets ein Kotflügel erneuert werden. Später hatte er dann den Bischoff, der zuerst Chauffeur bei Schaljapin gewesen war. Als dieser dann nach Frankreich emigrierte, ging Bischoff nach Deutschland zurück, wo er von Richard übernommen wurde.
Trotz aller Operettentriumphe, kehrte er immer wieder auf das Konzertpodium und die Opernbühne zurück. Sein Herz gehörte Mozart. Seine Karriere, die 1913 mit dem Tamino in Chemnitz begann, endete 1947 mit dem Ottavio an der Covent Garden Opera in London. Danach mußte er sich einer schweren Lungenoperation unterziehen. Nach überraschend schneller Genesung teilte er mir an Weihnachten 1947 mit: „Es geht mir gut, ich kann schon wieder ein Liedchen trällern“ Doch über Nacht kam es anders. Am 8. Jänner 1948 verstummte die Stimme des begnadeten Sängers, die zu betreuen meine Lebensaufgabe geworden war.
Richards letzter Wunsch, in seiner österreichischen Heimat beigesetzt zu werden, wurde durch widrige Umstände vereitelt. Mit der Unterstützung vieler Tauber-Verehrer habe ich, anläßlich seines 80. Geburtstages, auf dem Friedhof in Bad Ischl, gegenüber der Lehar-Gruft, ein Ehrenmal errichten lassen und damit symbolisch seinen Wunsch erfüllt.