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„In anderer Form“

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Kurier, 18. September 1967

Richard Tauber,in anderer Form‘

Gedenksendung zu seinem 20. Todestag wird aufgezeichnet / Interviews vor der Oper

Um Richard Tauber an seinem 20. Todestag – ». janner i?)68 – telegen , ehren zu können, fertigt das heimische Fernsehen gegenwärtig eine Gedenksendung an, bei der nicht die üblichen Archivaufnahmen, Archivfilme und Schallplatten des großen Sängers im Mittelpunkt stehen werden. „Eine andere Form“ will Regisseur Dr. Jörg E g g e r s finden. Diese andere Form begann gleich mit einer Schwierigkeit: Dr. Marcel P r a w y, TV-Schirm-bewährter Plauderer und mitreißender Schilderer musikalischer Geschehnisse, hatte für diesen Film keine Zeit – und wirkte dann doch mit. Die Ouvertüre des Tauber-Gedenkfilms besteht aus Interviews, die vor der Oper mit Passanten aufgenommen wurden. „Natürlich kennen alle älteren Leute Richard Tauber“, faßt Regisseur Eggers zusammen, „und als bekanntestes Lied wurde immer wieder ,Dein ist mein ganzes Herz‘ genannt. Den Jüngeren ist Tauber auch noch ein wirklicher Begriff, nur – was er gesungen hat, wissen sie weniger.“
Richard Tauber war nicht nur d e r Operettensänger, sondern er war auch auf der Opernbühne zu Hause, Mozart-Interpret, selbst Komponist und Dirigent und natürlich auch Filmschauspieler.
Da Dr. Marcel Prawy nicht vor der Kamera agieren konnte, suchte der Regisseur zwei junge, ambitionierte Schauspieler, die nun durch die Sendung führen werden: Joachim B i s s m e i e r von der „Burg“ und Klaus W i I d b o I z von der „Josefstadt“. Die beiden plaudern in moderner Dekoration, die Dr. Eggers als „besonders gelungen“ bezeichnet. Hier kommt auch die ältere Generation zu Wort, Leute, die Richard Tauber gekannt, die mit ihm gearbeitet haben.
So Kammersänger Alfred J e r g e r, der 1922 mit Richard Tauber sang, der damals erst die ersten Sprossen des Weltruhms erklettert hatte. Jerger sang in Salzburg den Don Giovanni, Richard Tauber den Octavio. Oder Elfe Gerhart, die als junges Mädchen, knapp nach der Schauspielschule, 1937 gemeinsam mit Richard Tauber einen Film synchronisierte. Sie kennt ihn auch von der privaten Seite, denn Tauber lud alle Filmkollegen öfters ein.
Außerdem konnte das Fernsehen Richard Taubers Cousin Max vor die Kamera holen. Max Tauber rief eigentlich die Filmproduktion ins Leben, durch die der große Sänger weltberühmt wurde.
Dr. Marcel Prawy wird in einem kurzen Auftritt ein paar „Schmähs“ verraten, mit denen Richard Tauber sein Publikum begeisterte. „Opernführer“ Prawy wird als Fachmann die Stimmqualität Taubers besprechen.